Drüben roden sie die Wälder.
Mit den Rodern will ich fechten,
diesen Gott in meiner Linken,
dieses Erz in meiner Rechten.

Segen träuft die goldene Blume
Und sie heiligt meine Waffen,
denn Gebete bring ich allem
was ich selber nicht erschaffen.

Sieh, der Mücke kleines Leben.
Und wie ist es leicht zu töten.
Kannst sie doch aus Lehm nicht kneten.
Kannst sie nicht aus Weide flöten.

Nur zuweilen rüttelt Hunger;
Mürbes Fleisch ist gut zu essen;
Und wie ich den Eber morde,
werden mich die Wölfe fressen.

Dennoch bleibt mir Freund und willig
Was sich duckt in Busch und Quadern.
Weise Schlange nennt mir Kräuter,
Kröte die metallenen Adern.

Brüder hausen fern in Städten,
wo sie schlachten, spielen, rauchen.
Da ist vieles, was sie haben
Und ist wenig, was sie brauchen.

Denn schon mir ward Überreiches:
Spieß und Pfeile, wenn ich jage
Und ein Weib für meine Nächte
Und ein Kind für meine Tage.

Zu den Wurzeln mag ich fallen
Aus dem Kampfe mit den Rodern.
In der gleichen Erde werden
Einstmals ihre Knochen modern.

(Gertrud Kolmar)


Lyrics submitted by FetteredAura

Die Roder song meanings
Add your thoughts

No Comments

sort form View by:
  • No Comments

Add your thoughts

Log in now to tell us what you think this song means.

Don’t have an account? Create an account with SongMeanings to post comments, submit lyrics, and more. It’s super easy, we promise!

Back to top
explain